Zum Inhalt springen

Vollblut

Das entnommene Nativblut ist das vollständige Blut (Vollblut) inklusive Blutzellen, Serum und, sofern die Gerinnung noch nicht eingesetzt hat oder durch Zusatz von Antikoagulanzien verhindert wurde, auch der Gerinnungsfaktoren

Serum

Das entnommene Vollblut beginnt sofort zu gerinnen, falls dies nicht durch Zusatz von Antikoagulanzien verhindert wird. Das entstandene Blutgerinnsel wird durch Zentrifugation abgetrennt. Der entstandene Überstand ist das Serum.

Citrat-, EDTA-, Heparinblut

Der Zusatz von Antikoagulanzien verhindert die Gerinnung. Das Vollblut kann zum Beispiel zur Zellzählung eingesetzt werden.

Plasma

Durch Zentrifugation kann bei mit Antikoagulanzien versetztem Vollblut das Plasma abgetrennt werden. Im Plasma sind die Gerinnungsfaktoren vorhanden.

Natrium-Fluorid-Blut und -Plasma

Optimiertes Probenmaterial zur Bestimmung von Lactat. Na-Fluorid hemmt die Glykolyse.

Natrium-Fluorid-Blut und -Plasma mit Citratpuffer-Zusatz

Dieses Probenmaterial ist für die Bestimmung der Glucose im Plasma geeignet und bei der Durchführung des oralen Glucosetoleranztests obligat. Der Zusatz von Na-Fluorid und Citratpuffer unterbindet die Glykolyse in vitro augenblicklich. Für die Lactat-Bestimmung kann dieses Probenmaterial jedoch nicht eingesetzt werden.

Kapillarblut

Durch Einstich in mit Kapillaren gut durchblutetes Gewebe (Fingerbeere, Ohrläppchen) entnommenes Mischblut mit venösen und arteriellen Anteilen. Aufgrund der nicht ausreichenden Standardisierbarkeit ist Kapillarblut nur ein Untersuchungsmaterial der zweiten Wahl.

Monovette oder Vacutainer mit Trenngel

Das Serum innerhalb von 60 Minuten nach der Gerinnung durch Zentrifugation abtrennen. Die ausgebildete Trenngel-Schicht erlaubt es, das Serum im Röhrchen zu belassen. Ausnahme: Bei der Bestimmung von Medikamentenspiegeln sollte aber auch hier das Serum in ein neues Röhrchen überführt werden. So kann eine mögliche Absorption von Medikamenten durch das Trenngel verhindert werden.

Das Probengefäß bis zum Transport kühl und lichtgeschützt lagern.

Die Aufbewahrung im Kühlschrank bei 2 bis 8°C ist abhängig von den zu bestimmenden Laborparametern möglich.

Muss das Serum tiefgefroren werden (-20°C), ist ein Umfüllen des Serums erforderlich.

Monovette oder Vacutainer ohne Trenngel

Das Serum innerhalb von 60 Minuten nach Zentrifugation in beschriftete Probenröhrchen überführen. Ein zu langer Kontakt des Serums mit den Blutzellen verändert verschiedene Laborwerte. Zum Beispiel wird Glucose abgebaut, wohingegen die Kaliumkonzentration steigt.

Citrat-Blut und Citrat-Plasma

Citrat-Vollblut für die klassische Blutsenkung nach Westergren (Blutsenkungsröhrchen–Mischung 4 + 1 = 4 Teile Blut und 1 Teil Citratpuffer)

Citrat-Plasma für Gerinnungsuntersuchungen (Gerinnungsröhrchen-Mischung 9 + 1 = 9 Teile Blut und 1 Teil Citratpuffer)

Bei der Blutentnahme lange Stauung vermeiden. Röhrchen komplett bis zur Markierung füllen und unmittelbar nach der Blutentnahme mehrfach über Kopf schwenken.

Gerinnungsuntersuchungen sollten innerhalb von vier Stunden erfolgen. Ansonsten sollte das Citratplasma abzentrifugiert, in ein neues Röhrchen überführt und eingefroren werden. Dabei sollte die Zentrifugation für mindestens 15 Minuten bei 2000 bis 2500 g erfolgen. Das Citratplasma wird unter strikter Vermeidung der aus Leukozyten und Thrombozyten bestehenden Trennschicht zwischen Plasma und Erythrozyten vorsichtig abpipettiert. Das so gewonnene Plasma wird in ein zweites Probenröhrchen (Bitte mit Barcode bekleben und mit "Material: Citratplasma" beschriften) überführt und sofort eingefroren.

EDTA-Blut und EDTA-Plasma

EDTA-Vollblut für zum Beispiel

  • Blutbild, Differenzialblutbild
  • Blutsenkung
  • Blutgruppe
  • Molekulargenetische Untersuchungen

EDTA-Plasma für zum Beispie

  • ACTH
  • Renin

EDTA-Plasma ist für die meisten klinisch-chemischen Untersuchungen nicht geeignet.

ThromboExact

Spezialmonovette zur Thrombozytenbestimmung bei Verdacht auf Pseudothrombo-zytopenie. Dieses Spezialblut ist jedoch nicht zur Bestimmung anderer Laborparameter geeignet.

Na-Fluorid-Blut und Na-Fluorid-Plasma

Spezialmaterial für die Lactat-Bestimmung. Natriumfluorid hemmt die Glykolyse und erlaubt dadurch die Lactat-Bestimmung ohne Einflüsse in vitro.

Na-Fluorid-Blut und Na-Fluorid-Plasma mit Citratpuffer-Zusatz

Dieses Probenmaterial ist für die Bestimmung der Glucose im Plasma geeignet und bei der Durchführung des oralen Glucosetoleranztests obligat. Der Zusatz von Na-Fluorid und Citratpuffer unterbindet die Glykolyse in vitro augenblicklich. Für die Lactat-Bestimmung kann dieses Probenmaterial jedoch nicht eingesetzt werden.

Nach oben