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Spontanurin oder Morgenurin

  • Vollständige Beschriftung der Probengefäße (Name, Vorname, Geburtsdatum, Datum, Uhrzeit).
  • Hygienisches Öffnen und Schließen des Urinbechers  (Hände waschen, Deckel nicht auf der Innenseite berühren).
  • Vor Abgabe des zweiten Morgenurins sollte der Patient nüchtern bleiben sowie Kaffee, Tee, Nikotin oder körperliche Anstrengung meiden.

Mittelstrahlurin

  • Standardmaterial für bakteriologische Untersuchung bei Harnwegsinfektionen.
  • Vollständige Beschriftung der Probengefäße  (Name, Vorname, Geburtsdatum, Datum, Uhrzeit).
  • Erster Morgenurin oder Urin nach mindestens dreistündiger Miktionspause. Möglichst vor der Einnahme von Antibiotika.
  • Hygienische Probenahme: Hände mit Seife und Geschlechtsteile ohne Seife waschen.
  • Schamlippen bzw. Vorhaut zurückziehen und Harnwegsöffnung mit Tupfer trocknen
  • Erste Hälfte des Urins in Toilette entleeren.
  • Danach etwa 10 bis 20 ml Urin im Urinbecher aufsammeln. Dabei den Harnfluss nicht unterbrechen.
  • Innenseite des Urinbechers nicht mit den Händen oder der Kleidung berühren.
  • Restlichen Urin in die Toilette entleeren.
  • Urinbecher fest verschließen und bei 2-8°C kurzfristig lagern. Bei Aufbewahrungszeiten von mehr als zwei Stunden sollte ein Urinobjektträgermedium/Eintauchagar (URICULT) verwendet werden.

Urinobjektträgerkultur (URICULT)

  • Probenträger in den Urin (separater Urinbecher) einmalig eintauchen und ohne Urin in der Versandhülse einsenden.

Katheterurin

  • Vollständige Beschriftung der Probengefäße  (Name, Vorname, Geburtsdatum, Datum, Uhrzeit).
  • Mit sterilem Einmalkatheter gewinnen. Steriles Uringefäß benutzen.
  • Auf Anforderungsschein bitte als Katheterurin vermerken.
  • Urinbecher fest verschließen und bei 2-8°C kurzfristig lagern. Bei Aufbewahrungszeiten von mehr als zwei Stunden sollte ein Urinobjektträgermedium/Eintauchagar (URICULT) verwendet werden.

Punktionsurin

  • Höchste diagnostische Aussagekraft.
  • Vollständige Beschriftung der Probengefäße  (Name, Vorname, Geburtsdatum, Datum, Uhrzeit).
  • Punktionsstelle desinfizieren und steriles Uringefäß benutzen.
  • Auf Anforderungsschein bitte als Punktionsurin vermerken.
  • Urinbecher fest verschließen und bei 2-8°C kurzfristig lagern. Bei Aufbewahrungszeiten von mehr als zwei Stunden sollte ein Urinobjektträgermedium/Eintauchagar (URICULT) verwendet werden.

24-Stunden-Sammelurin

  • Vollständige Beschriftung der Probengefäße (Name, Vorname, Geburtsdatum sowie Datum und Uhrzeit von Sammelbeginn und -ende vermerken).
  • Normales Trinkverhalten, Diätvorschriften für die zu untersuchenden Analyten beachten (siehe auch unter Untersuchungen A - Z).
  • Hygienische Probenahme: Hände mit Seife und Geschlechtsteile mit Wasser reinigen.
  • Sammelperiode morgens beginnen.
  • Der erste Urin am Morgen wird in die Toilette entleert und diese Uhrzeit notiert. Alle weiteren Urinportionen, auch beim Stuhlgang, werden in das Sammelgefäß gegeben. Muss für die zu untersuchenden Analyten verdünnte Salzsäure zugegeben werden (siehe unten) wird das mitgegebene Röhrchen mit verdünnter Salzsäure von dem Patienten nach Gewinnung der ersten Urinportion vorsichtig in das Sammelgefäß entleert und mit dieser Urinprobe vermischt. Als letzte Urinportion wird mit Ablauf von 24 Stunden der erste Morgenurin des zweiten Tages ebenfalls in das Sammelgefäß gegeben und der Zeitpunkt notiert.
  • Urin stets kühl und lichtgeschützt lagern.
  • Vor Entnahme der für die Analyse im Labor benötigten Teilmenge muss die gesamte Probe gut gemischt werden.
  • Teilmenge unter Angabe der Sammelmenge und vollständig beschriftet einsenden.

Parameter die zwingend aus angesäuertem Urin bestimmt werden müssen

  • 5-Hydroxyindol-Essigsäure (HIES)
  • Homovanillinsäure (HVS)
  • Katecholamine
  • Vanillinmandelsäure (VMS)

Bevorzugt angesäuerter Urin:

  • Oxalsäure (Oxalat)

Parameter die zwingend aus nicht angesäuertem Urin analysiert werden müssen

  • Albumin
  • Amylase
  • Chlorid
  • Osmolalität
  • delta-Aminolävulinsäure
  • Harnsäure
  • pH-Wert
  • Porphobilinogen
  • Porphyrine
  • Proteine
  • Urinsediment
  • Urinstatus

Urinproben für Drogenscreening- oder Ethylglucuronid-Untersuchungen

Um Manipulationsversuche auszuschließen ist eine gesicherte Probenahme erforderlich.  Die häufigsten Manipulationsversuche sind:

  • Verdünnung der Urinprobe
  • Abgabe von Fremdurin
  • Zugabe von Störsubstanzen

Es wird empfohlen die folgende Vorgehensweise einzuhalten und zu dokumentieren:

  • Vollständige Beschriftung der Probengefäße  (Name, Vorname, Geburtsdatum, Datum, Uhrzeit).
  • Probanden eindeutig identifizieren, aufklären und befragen:
    • Identitätsprüfung
    • Normales Trinkverhalten
    • Medikamenteneinnahme
    • Angaben zu Alkohol- und Drogenkonsum
  • Urinabgabe sollte unter Aufsicht erfolgen.
  • Nach der Urinabgabe wird die Probe überprüft:
    • Farbe
    • pH-Wert
    • Temperatur
    • Anhalt für auffällige Schaumbildung (Beimengung von Detergenzien)?