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Präanalytik

 

Der Begriff der Präanalytik umfasst alle Prozesse, die vor der eigentlichen Laboranalyse ablaufen. Die präanalytische Phase beinhaltet damit den Untersuchungsauftrag, die Vorbereitung des zu Untersuchenden aber auch der Probenahmesysteme, dann die Probenahme selbst und schließlich die weitere Handhabung der Probe vor der eigentlichen Laboruntersuchung, gegebenenfalls einschließlich der zwischenzeitlichen Aufbewahrung sowie des Transports.

An den Prozessen der Präanalytik sind unterschiedliche Personen beteiligt: Der Patient oder Proband, der auftraggebende Arzt, die Mitarbeiter in der Praxis oder Klinik, gegebenenfalls der Probentransportierende sowie die Mitarbeiter und Ärzte im Labor.

Die Bedingungen der präanalytischen Phase können wesentliche Auswirkungen auf die Ergebnisse der Laboruntersuchungen haben. Die Kenntnis und Einhaltung der fachgerechten präanalytischen Verfahrensweisen sind die Voraussetzungen für einen uneingeschränkt verwertbaren Laborbefund. Das Erreichen dieses Zieles wird durch das partnerschaftliche Zusammenwirken der Verantwortlichen und den Informationsaustausch unter den beteiligten Personen sichergestellt.

 

Untersuchungsauftrag

Für den Untersuchungsauftrag stehen Ihnen unterschiedliche Auftragsformulare zur Verfügung. Untersuchungen im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung veranlassen Sie bitte ausschließlich mit den Überweisungsscheinen nach Muster 10 (für die Überweisung an den Laborarzt) oder nach Muster 10A (für den Untersuchungsauftrag an die Laborgemeinschaft).

Für alle weiteren Laboranforderungen (Untersuchungsanforderungen aus Kliniken, Aufträge für IGeL-, HZV- oder Privatpatienten) stellt Ihnen das Labor allgemeine oder speziell für unterschiedliche Fragestellungen konzipierte Anforderungsformulare (z. B. Allergiediagnostik, Drogenscreening, Pränatal-Diagnostik, Mikrobiologie) gerne zur Verfügung.

Der Untersuchungsauftrag sollte alle erforderlichen Patientendaten wie Name, Vorname, Geburtsdatum, Geschlecht und Postanschrift enthalten. Der Aufdruck der Patientendaten wird dadurch erleichtert, dass der Kopfteil der Formulare dem Muster der EBM-Scheine angepasst ist. Für Anforderungenim Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung sind wir zudem darauf angewiesen, dass Sie uns alle nach EBM geforderten Daten und Angaben übermitteln.

Bitte teilen Sie uns stets die gewünschten Untersuchungen (Zielauftrag) oder die Fragestellung sowie relevante Diagnosen, Angaben (z. B. die Schwangerschaftswoche oder den Zyklustag) ebenso wie das Datum und den Zeitpunkt der Probenahme mit.

Insbesondere bei mikrobiologischen Proben ist die Angabe der Abnahmelokalisation notwendige Voraussetzung für die Wahl der geeigneten Untersuchungsmethoden und die zutreffende medizinische Bewertung. Ebenso ist bei Probenmaterialien, die nicht per Augenschein zweifelsfrei zu unterscheiden sind (z. B. Serum, Plasma, Liquor, Dialyselösungen, Punktate), Ihre diesbezügliche Angabe wichtig.

Bitte vergewissern Sie sich, dass die eingesandten Probenmaterialien eindeutig dem Untersuchungsauftrag zuzuordnen sind. Die Proben sollten deshalb mit Name, Vorname, Geburtsdatum
und Abnahmedatum beschriftet werden. Bei gegebenenfalls zusätzlicher Verwendung eines Barcodes überprüfen Sie bitte die Übereinstimmung mit dem Anforderungsschein. Bei Einsendung
mehrerer Proben, etwa im Rahmen eines Stimulationstests, beschriften Sie die Proben bitte entsprechend (Beispiel: „vor Gabe“, „nach 60 min.“, nach 120 min.“).

 

Nachforderung von Laboruntersuchungen

 

Die Nachforderung von weiteren Laboruntersuchungen aus Probenmaterial, das sich bereits im Labor befindet, ist möglich. Sie können uns, falls uns bereits ein Überweisungsschein vorliegt, zu diesem Zweck telefonisch benachrichtigen. Ihr zusätzlicher Auftrag wird dann entsprechend dokumentiert und ausgeführt. Die Laborgemeinschaft ist jedoch bei EBM-Leistungen auf die Übersendung eines neuen Anforderungsscheines nach Muster 10A für diese Nachforderung angewiesen. Bei der Nachreichung von Scheinen markieren Sie diese bitte als „Nachreichung“ oder „Nachforderung“ um die Zuordnung zu erleichtern.

Die Art der gewünschten Analyse ist entscheidend dafür, ob eine Untersuchung abhängig von der Lagerungszeit noch medizinisch valide durchgeführt werden kann. Als Orientierung kann gelten: Für Proben, die im Labor aufbewahrt werden, ist eine Untersuchung in der Regel ohne Einschränkung möglich für

 

Plasmaproteine, Immunglobuline und spezifische Antikörper bis zu 7 Tage
Substrate, Enzyme und Elektrolyte bis zu 7 Tage
Kleines Blutbild bis zu 24 Stunden
Differenzialblutbild bis zu 24 Stunden

jeweils bezogen auf die Blutabnahme.

Für einzelne Parameter können die Abweichungen erheblich sein. Wir beraten Sie bei entsprechenden Fragenstellungen gerne.

 

Grundsätzlich werden Proben mindestens über folgende Zeiträume aufbewahrt und stehen damit für Ihre Nachforderung bereit:

Im Fachlabor: In der Laborgemeinschaft:
Serumproben mindestens 14 Tage mindestens 7 Tage
EDTA-Blut mindestens 7 Tage

mindestens 24 Stunden

 

Einflussgrößen und Störfaktoren

 

Einflussgrößen beziehen sich auf den zu untersuchenden Patienten (in vivo) und sind unabhängig vom Analyseverfahren. Das Geschlecht, die Rasse und die genetische Veranlagung sind permanente Einflussgrößen. Das Alter und das Gewicht wie auch tageszeitliche Unterschiede (circadiane Schwankungen) oder biorhythmische Zyklen sind typische Einflussgrößen. Es gibt jahreszeitliche Einflüsse und es sind Lebenszustände wie Stress, eine Schwangerschaft, die Ernährung und das Konsumverhalten (Nikotin, Alkohol, Kaffee und Drogen) sowie Medikamente die als Einflussgrößen zu berücksichtigen sind.

Bei Probenahme gut kontrollier- und standardisierbare Einflussgrößen sind die Körperlage oder die Dauer der Venenstauung bei Blutentnahme.

Circadiane Schwankungen, Tages- oder Biorhythmen

Im Laufe des Tages verändern sich die Konzentrationen verschiedener Parameter, teilweise mit einem Maximum am Morgen oder am Abend oder auch zur Tagesmitte.

 

Maximale prozentuale Abweichungen im Tagesverlauf

Morgendliches Maximum

 

Mittägliches Maximum

ACTH

200 %

 

Eisen

100 %

Adrenalin

20 %

 

Kalium

15%

Aldosteron

80 %

 

 

 

Bilirubin

20 %

 

 

 

Cortisol

50 %

 

Abendliches Maximum

Gesamteiweiß

20 %

 

Harnstoff

50 %

Hämatokrit

20 %

 

Kreatinin

100 %

Hämoglobin

20 %

 

Saure Phosphatase

200 %

Leukozyten

20 %

 

TSH

50 %

Prolactin

20 %

 

 

Renin

140 %

 

 

Noradrenalin

120 %

 

 

Die meisten Normbereiche beziehen sich deshalb auf eine morgendliche Blutentnahme.

Störfaktoren beeinflussen entweder die Probe (in vitro) oder aber die Analysenmethode oder das Messsystem. Diese können methodenabhängig unterschiedlich sein.
Die bekanntesten Störfaktoren sind die Hämolyse, die Lipämie, die Hyperbilirubinämie oder auch die Einwirkung von Temperaturbedingungen oder Sonnenlicht auf das Probenmaterial. Störungen können jedoch auch durch Verunreinigungen oder Kontaminationen erfolgen. Einige Analysenmethoden werden durch Antikoagulantien (EDTA, Heparin, Citrat) oder Medikamente gestört.

Wichtige Hinweise zur Präanalytik

 

Material zur Probengewinnung und Probentransport

Das Labor stellt verschiedene Materialien zur Probenabnahme oder Gewinnung und für den Probentransport zur Verfügung. Die richtige Auswahl des entsprechenden Probengefäßes oder Abstrichbesteckes können dem Leistungsverzeichnis entnommen werden. Bei Unklarheiten gibt das Laborpersonal gerne Auskunft.

Kennzeichnung der Proben

Jede Probe muss korrekt mit Vor- und Zunamen und Geburtsdatum beschriftet werden. Bei Stimulationstesten oder Tagesprofilen ist eine zusätzliche eindeutige Identifizierung notwendig.

Probengewinnung

Die entsprechenden Probengefäße werden nach Möglichkeit vorher beschriftet. Die Blutentnahmen erfolgen idealerweise morgens (7 bis 9 Uhr) unter standardisierten Bedingungen:


• Patient sollte seit etwa 12 Stunden nüchtern sein. Kaffee, Tee oder Nikotin meiden.
• Stress vor der Blutentnahme vermeiden, Patienten mindestens 5 bis 10 Minuten zur Ruhe kommen lassen.
• Die Probenahme sollte immer in der gleichen Körperlage erfolgen, also immer im Sitzen oder Liegen.
• Längeres Stauen der Venen vermeiden.
• Sobald die Venenpunktion erfolgt ist, sollte die Stauung gelöst werden. Den Patienten nicht mehrfach die Faust öffnen und schießen lassen („Pumpen“) um Hämolyse zu vermeiden.
• Blutentnahme aus der Vene in der Ellenbeuge, nur in Ausnahmefall am Handrücken oder in der Leiste.
• Desinfektion der Punktionsstelle mit zugelassenem Desinfektionsmittel (bei Ethanolbestimmung keine Desinfektion mit alkoholhaltigen Desinfektionsmitteln).
• Empfohlene Entnahme-Reihenfolge einhalten:

1. Blutkulturen
2. Nativblut, Serum
3. Citratblut
4. EDTA- oder Heparinblut
5. Fluoridblut

Röhrchen sofort nach dem vollständigen Befüllen mehrmals über Kopf mischen, nicht schütteln.
Fülltoleranzen unbedingt einhalten.

 

Untersuchungsmaterial Blut

 

Vollblut

Das entnommene Nativblut ist das vollständige Blut (Vollblut) inklusive Blutzellen, Serum und, sofern die Gerinnung noch nicht eingesetzt hat oder durch Zusatz von Antikoagulantien vermindert ist, auch der Gerinnungsfaktoren.

 

Serum

Das entnommene Vollblut beginnt sofort zu gerinnen, falls dies nicht durch Zusatz von Antikoagulantien verhindert wird. Das entstandene Blutgerinnsel wird durch Zentrifugation abgetrennt. Der entstandene Überstand ist das Serum.

 

Citrat-, EDTA-, Heparinblut

Der Zusatz von Antikoagulantien verhindert die Gerinnung. Das Vollblut kann zum Beispiel zur Zellzählung eingesetzt werden.

 

Plasma

Durch Zentrifugation kann bei mit Antikoagulantien versetztem Vollblut das Plasma abgetrennt werden. Im Plasma sind die Gerinnungsfaktoren vorhanden.

 

Natrium-Fluorid-Blut und -Plasma

Optimiertes Probenmaterial zur Bestimmung von Glucose und Lactat.
Na-Fluorid hemmt die Glykolyse. Durch den ergänzenden Zusatz von Citratpuffer wird die Glykolyse noch effektiver unterbunden.

 

Kapillarblut

Durch Einstich in mit Kapillaren gut durchblutetes Gewebe (Fingerbeere, Ohrläppchen) entnommenes Mischblut mit venösen und arteriellen Anteilen. Aufgrund der nicht ausreichenden Standardisierbarkeit ist Kapillarblut nur ein Untersuchungsmaterial der zweiten Wahl.

 

Serum-Gewinnung

 

  • Das Blut 30 Minuten ungekühlt gerinnen lassen.
    Mindestens 20 Minuten bis maximal 60 Minuten.
    Empfehlenswert für eine optimale Serumausbeute ist eine stehende Lagerung.
  • Danach 10 Minuten bei 2000 x g zentrifugieren (Rotorenradius und Drehzahl der Zentrifuge beachten).

 

Monovette oder Vacutainer ohne Trenngel

  • Das Serum innerhalb von 60 Minuten nach Zentrifugation in beschriftete Probenröhrchen überführen.
    Ein zu langer Kontakt des Serums mit den Blutzellen verändert verschiedene Laborwerte. Zum Beispiel wird der Glucose abgebaut und die Kaliumkonzentration steigt.

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Monovette oder Vacutainer mit Trenngel

  • Das Serum innerhalb von 60 Minuten nach der Gerinnung durch Zentrifugation abtrennen. Die ausgebildete Trenngel-Schicht erlaubt es das Serum im Röhrchen zu belassen.
    Ausnahme: Bei der Bestimmung von Medikamentenspiegeln sollte aber auch hier das Serum in ein neues Röhrchen überführt werden. So kann eine mögliche Absorption von Medikamenten durch das Trenngel verhindert werden.
  • Das Probengefäß bis zum Transport kühl und lichtgeschützt lagern.
  • Längeres Lagern im Kühlschrank bei 2-8 °C ist möglich.
  • Muss das Serum tiefgefroren werden (-20°C) ist ein Umfüllen des Serums erforderlich.

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Citrat-Blut und Citrat-Plasma

  • Citrat-Vollblut für die klassische Blutsenkung nach Westergren
  • (Blutsenkungsröhrchen – Mischung 4+1 = 4 Teile Blut und 1 Teil Citratpuffer)
  • Citrat-Plasma für Gerinnungsuntersuchungen
    (Gerinnungsröhrchen-Mischung 9+1 = 9 Teile Blut und 1 Teil Citratpuffer)
  • Bei der Blutentnahme lange Stauung vermeiden. Röhrchen komplett bis zur Markierung füllen und unmittelbar nach der Blutentnahme mehrfach über Kopf schwenken.
  • Gerinnungsuntersuchungen sollten innerhalb von vier Stunden erfolgen. Ansonsten sollte das Citratplasma abzentrifugiert, in ein neues Röhrchen umgefüllt und eingefroren werden.

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 EDTA-Blut und EDTA-Plasma

  • EDTA-Vollblut für zum Beispiel
  • Blutbild, Differentialblutbild
  • Blutsenkung
  • Blutgruppe
  • Molekulargenetische Untersuchungen

    • EDTA-Plasma für zum Beispiel
    • ACTH
    • Renin

 EDTA-Plasma ist für die meisten klinisch-chemischen Untersuchungen nicht geeignet.

 

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  • ThromboExact
    Spezialmonovette zur Thrombozytenbestimmung bei Pseudothrombozytopenie


Dieses Spezialblut ist jedoch nicht zur Bestimmung anderer Laborparameter geeignet

 

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Heparin-Blut und Heparin-Plasma

Selten verwendetes Material, teilweise alternativ für klinisch-chemische Parameter verwendet.

  • Heparin-Vollblut für zum Beispiel
      • Schwermetalle

 

  • Heparin-Plasma für zum Beispiel
      • NT-pro BNP*
      • Histamin
      • Klinische Chemie*

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*Alternativmaterial zur Serumprobe

 

Na-Fluorid-Blut und NaFluorid-Plasma

  • Spezialmaterial für die Glucose- und Lactat-Bestimmung.
    Natriumfluorid hemmt die Glykolyse und damit den Abbau von Glucose durch die Erythrozyten. Durch den ergänzenden Zusatz von Citratpuffer wird die Glykolyse noch effektiver unterbunden.

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Lagerung der Blutproben bis zum Probentransport

 

Raumtemperatur

Für die meisten Laboruntersuchungen in Blut, Serum oder Plasma ist die Stabilität einer lichtgeschützten Lagerung bei Raumtemperatur bis zur Abholung ausreichend, wenn der Fahrdienst die
Probe binnen kurzer Frist abholen kann. EDTA-Proben für hämatologische Untersuchungen sollten stets bei normaler Raumtemperatur gelagert und nicht gekühlt werden. Gleiches gilt für die kurzfristige Lagerung (<4 Stunden) von Citratblut-Röhrchen für Gerinnungsuntersuchungen. Bei längerdauernder Aufbewahrung muss das Citratplasma abgetrennt und eingefroren werden.

 

Kühlschrank (2 - 8°C)

Darüber hinaus ist mit sehr wenigen Ausnahmen die Lagerung von Serumproben und zentrifugierten Vacutainerröhrchen im Kühlschrank zu empfehlen (Ausnahme Kryoglobuline, Kälteagglutinine).

 

Tiefkühlen (-20°C)

Bei einigen Analyten ist eine tiefgefrorene Lagerung der Serum- oder Plasmaprobe nötig. Dies gilt vor allem für Proben, die nicht binnen kurzer Frist in das Labor transportiert werden. Im Leistungsverzeichnis sind solche Proben mit „frisch oder gefroren“ bezeichnet.
Ist für Untersuchungsparameter die Empfehlung „gefroren“ vermerkt, ist das abgetrennte Serum oder Plasma unmittelbar nach der Zentrifugation und Überführung in ein separates Röhrchen einzugefrieren.

Proben die unmittelbar in das Labor transportiert oder tiefgefroren werden müssen.

  • ACTH
  • D-Dimere
  • Osteocalcin
  • Adrenalin/Noradrenalin
  • Gastrin
  • Parathormon
  • Aldosteron
  • Gerinnungsfaktoren
  • Plasminogen
  • Ammoniak
  • Insulin
  • PAPP-A
  • Antithrombin III
  • Interleukine
  • Protein C und S
  • APC-Resistenz funktionell
  • Katecholamine
  • Renin
  • B-type Natriuretic Peptide
  • Insulin-like growth factor I
  • Thymidinkinase
  • Calcitonin
  • Malondialdehyd
  • von Willebrand-Faktor
  • C-Peptid
  • Metanephrine

 

 

Tiefgefrorene Proben werden im Spezialtransportcontainer versendet. Bitte beim Fahrdienst anmelden.

Das Tiefgefrieren einer Vollblutprobe führt zu einer vollständigen Hämolyse und macht diese unbrauchbar. Das abgetrennte Serum oder Plasma immer zuvor in separate, beschriftete Röhrchen überführen.

Serum und Plasma sind rein äußerlich nicht voneinander zu unterscheiden. Eine entsprechende Beschriftung ist deshalb erforderlich.

 

Urinproben

 

Einige Analyte lassen sich im Urin besser nachweisen, da sie im Blut unterhalb der Nachweisgrenze liegen und im Urin konzentrierter ausgeschieden werden (z.B. Betäubungsmittel). Für andere Parameter ist deren Nachweis und Quantifizierung im Urin ein wichtiges diagnostisches Kriterium (z.B. Albumin). Nachteilig hingegen sind die starken Schwankungen der Harnausscheidung. Ernährung, körperliche Aktivität, klimatische Bedingungen und Trinkverhalten beeinflussen die Urinmenge und Konzentration zum Teil erheblich.

Spontanurin

Spontanurin ist geeignet für qualitative Untersuchungen, die Beurteilung des Harnsediments oder den Nachweis von z.B. Drogenstoffen und Ethylglucuronid.
Durch den Bezug auf die Urinkreatinin-Konzentration erbringen auch quantitative Bestimmungen von Analyten aus einer Spontanurinprobe aussagekräftige Befunde.

Mittelstrahlurin

Mittelstrahlurin ist das Standardmaterial für bakteriologische Untersuchungen. Verwendet wird vorzugsweise der erste Morgenurin oder eine Urinprobe nach einer Miktionspause von mindestens drei Stunden.
Siehe auch: Mikrobiologische Untersuchungen

Erster oder zweiter Morgenurin

Der erste Morgenurin weist üblicherweise die höchste Konzentration der darin enthaltenden Analyte auf und erhöht dadurch die Sensitivität der jeweiligen Laboruntersuchung.
Der zweite Morgenurin kommt in seiner Zusammensetzung einem 24-Stunden-Sammelurin am nächsten. E kann deshalb bei problematischer Urinsammlung als Alternativmaterial erwogen werden.

24-Stunden-Sammelurin

In der Sammelurinprobe werden die Schwankungen der Ausscheidung über 24 Stunden ausgeglichen. Zu beachten sind spezielle Sammelvorschriften (siehe Tabelle).
Alternative: Kann man den gemessenen Analyten auf die konstante Bezugsgröße für die Diurese, das Kreatinin beziehen, können die Ausscheidungsschwankungen nivelliert werden. In diesen Fällen sind Spontanurinproben oder der 2. Morgenurin diagnostisch ebenfalls wertvoll.


Gewinnung und Sammlung von Urinproben

 

Spontanurin oder Morgenurin

  • Vollständige Beschriftung der Probengefäße (Name, Vorname, Geburtsdatum, Datum, Uhrzeit).
  • Hygienisches Öffnen und Schließen des Urinbechers (Hände waschen, Deckel nicht auf der Innenseite berühren).
  • Vor Abgabe des zweiten Morgenurins sollte der Patient nüchtern bleiben sowie Kaffee, Tee, Nikotin oder körperliche Anstrengung meiden.

 

Mittelstrahlurin

  • Standardmaterial für bakteriologische Untersuchung bei Harnwegsinfektionen.
  • Vollständige Beschriftung der Probengefäße (Name, Vorname, Geburtsdatum, Datum, Uhrzeit ).
  • Erster Morgenurin oder Urin nach mindestens dreistündiger Miktionspause. Möglichst vor der Einnahme von Antibiotika.
  • Hygienische Probenahme: Hände mit Seife und Geschlechtsteile ohne Seife waschen.
  • Schamlippen bzw. Vorhaut zurückziehen und Harnwegsöffnung mit Tupfer trocknen.
  • Erste Hälfte des Urins in Toilette entleeren.
  • Danach etwa 10 bis 20 ml Urin im Urinbecher aufsammeln. Dabei den Harnfluss nicht unterbrechen.
  • Innenseite des Urinbechers dabei nicht mit Hände oder Kleidung berühren.
  • Restlichen Urin in die Toilette entleeren.
  • Urinbecher fest verschließen und bei 2 – 8°C kurzfristig lagern. Bei Aufbewahrungszeiten von mehr als zwei Stunden sollte ein Urinobjektträgermedium/Eintauchagar (URICULT) verwendet werden.

Urinobjektträgerkultur (URICULT):
Probenträger in den Urin (separater Urinbecher) einmalig eintauchen und ohne Urin in der Versandhülse einsenden.

Katheterurin

  • Vollständige Beschriftung der Probengefäße (Name, Vorname, Geburtsdatum, Datum, Uhrzeit ).
  • Mit sterilem Einmalkatheter gewinnen. Steriles Uringefäß benutzen.
  • Auf Anforderungsschein bitte als Katheterurin vermerken.
  • Urinbecher fest verschließen und bei 2 – 8°C kurzfristig lagern. Bei Aufbewahrungszeiten von mehr als zwei Stunden sollte ein Urinobjektträgermedium/Eintauchagar (URICULT) verwendet werden.

 

Punktionsurin

  • Höchste diagnostische Aussagekraft.
  • Vollständige Beschriftung der Probengefäße (Name, Vorname, Geburtsdatum, Datum, Uhrzeit).
  • Punktionsstelle desinfizieren und steriles Uringefäß benutzen.
  • Auf Anforderungsschein bitte als Punktionsurin vermerken.
  • Urinbecher fest verschließen und bei 2 – 8°C kurzfristig lagern. Bei Aufbewahrungszeiten von mehr als zwei Stunden sollte ein Urinobjektträgermedium/Eintauchagar (URICULT) verwendet werden.

 

24-Stunden-Sammelurin

  • Vollständige Beschriftung der Probengefäße (Name, Vorname, Geburtsdatum, sowie Datum und Uhrzeit von Sammelbeginn und –ende vermerken).
  • Normales Trinkverhalten, Diätvorschriften für die zu untersuchenden Analyten beachten (siehe auch unter Untersuchungen A-Z).
  • Hygienische Probenahme: Hände mit Seife und Geschlechtsteile mit Wasser reinigen.
  • Sammelperiode morgens beginnen.
  • Der erste Urin am Morgen wird in die Toilette entleert und diese Uhrzeit notiert. Alle weiteren Urinportionen, auch beim Stuhlgang, werden in das Sammelgefäß gegeben. Muss für die zu untersuchenden Analyten verdünnte Salzsäure zugegeben werden (siehe unten) wird das mitgegebene Röhrchen mit verdünnter Salzsäure von dem Patienten nach Gewinnung der ersten Urinportion vorsichtig in das Sammelgefäß entleert und mit dieser Urinprobe vermischt. Als letzte Urinportion wird nach Ablauf von 24 Stunden der erste Morgenurin des zweiten Tages ebenfalls in das Sammelgefäß gegeben und der Zeitpunkt notiert.
  • Urin stets kühl und lichtgeschützt lagern.
  • Vor Entnahme der für die Analyte im Labor benötigte Teilmenge muss die gesamte Probe zuvor gut gemischt werden.
  • Teilmenge unter Angabe der Sammelmenge und vollständig beschriftet einsenden.

 

Parameter die zwingend mit verdünnter Salzsäure angesäuert werden müssen:

  • 5-Hydroxyindol-Essigsäure (HIES)

 

  • Homovanillinsäure (HVS)

 

  • Katecholamine

 

  • Vanillinmandelsäure (VMS)

 

 

 Parameter die zwingend aus nicht angesäuertem Urin analysiert werden müssen:

  • Albumin
  • delta-Aminolävulinsäure
  •  Porphyrine
  • Amylase
  • Harnsäure
  •  Proteine
  •  Chlorid
  • pH-Wert
  •  Urinsediment
  •  Osmolalität
  • Porphobilinogen
  •  Urinstatus

 

Urinproben für Drogenscreening- oder Ethylglucuronid-Untersuchungen

 

Um Manipulationsversuche auszuschließen ist eine gesicherte Probenahme erforderlich. Die häufigsten Manipulationsversuche sind:

  • Verdünnung der Urinprobe
  • Abgabe von Fremdurin
  • Zugabe von Störsubstanzen

 

Es wird empfohlen die folgende Vorgehensweise einzuhalten und zu dokumentieren:

  • Vollständige Beschriftung der Probengefäße (Name, Vorname, Geburtsdatum, Datum, Uhrzeit).
  • Probanden prüfen, aufklären und befragen:
    1. Identitätsprüfung
    2. Normales Trinkverhalten
    3. Medikamenteneinnahme
    4. Angaben zu Alkohol- und Drogenkonsum
  •  Urinabgabe sollte unter Aufsicht erfolgen.
  •  Nach der Urinabgabe wird die Probe überprüft:
    1. Farbe
    2. pH-Wert
    3. Temperatur
    4. Anhalt für auffällige Schaumbildung (Beimengung von Detergenzien)?

 

 

 

 

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